In der Partnerschaft gilt: Gleich und Gleich gessellt sich gern

Bittet man Menschen, sich einen idealen Partner zu basteln, dann basteln sich die meisten Menschen ein Spiegelbild mit getauschtem Geschlecht. Dieses Prinzip besitzt robuste Gültigkeit und beide Geschlechter handeln danach. Der Traumpartner ist für die meisten Menschen ein Mensch mit denselben Big Five Persönlichkeitsmerkmalen und denselben Interessen. Für das alternative Modell, Gegensätze ziehen sich an, finden sich hingegen nirgendwo empirische Nachweise. Gut möglich, dass es vereinzelt gilt, vor allem bei Beziehungen, die von Anfang an auf Kurzzeit bedacht sind, aber auf die Mehrheit der Menschen trifft es nicht zu.

Hier einige Beispiele: Offene / intellektuelle Frauen wünschen sich offene / intellektuelle Männer und umgekehrt. Da die Offenheit eng mit der politischen Orientierung verbunden ist, zeigt das auch eine klare Tendenz zur Wahl eines Partners mit denselben politischen Vorstellungen.

Frauen:

Männer:

Herzliche / rücksichtsvolle Frauen wünschen sich herzliche / rücksichtsvolle Männer und umgekehrt. Interessant ist, dass hier bei beiden Geschlechtern die Beziehung zur Mutter eine Rolle spielt. Je besser die Beziehung zur Mutter, desto mehr Wert wird auf die Herzlichkeit des Partners gelegt.

Frauen:

Männer:

Ordentliche / zuverlässige Frauen wünschen sich ordentliche / zuverlässige Männer und umgekehrt. Bei Frauen spielt hier auch die Beziehung zur Mutter, das Alter und die Anzahl Kinder eine Rolle. In allen Fällen gilt: Je mehr davon, desto größer die Tendenz zu einem gewissenhaften Mann.

Frauen:

Männer:

Reisefreudige Frauen wünschen einen reisefreudigen Mann und umgekehrt. Der Effekt ist sogar deutlich stärker als bei den Persönlichkeitsmerkmalen. Die Reisefreudigkeit scheint für beide Geschlechter ein zentrales Selektionsmerkmal zu sein.

Frauen:

Männer:

Frauen, die keine Piercings oder Tattoos haben, wünschen sich in der Tendenz Männer ohne Piercings oder Tattoos und umgekehrt. Wobei bei Männern hier sogar die Gewissenhaftigkeit als Faktor Nummer Eins auftritt: Ordentliche / zuverlässige Männer bevorzugen Frauen, die weder Piercings noch Tattoos haben. Bei Frauen scheint das Alter hier eine Rolle zu spielen, wobei unklar ist, ob es sich um einen Alterseffekt oder Generationeneffekt handelt. Gut möglich, dass Millenial-Frauen, wenn sie erstmal die 50+ erreichen, nicht so abgeneigt gegen Tattoos sind wie Gen-X-Frauen oder Baby-Boomer-Frauen.

Frauen:

Männer:

All das zeigt, wie robust und umfassend das Prinzip “Gleich und Gleich” bei der Partnersuche ist. Es gilt für alle fünf Persönlichkeitsmerkmale, für Intelligenz und politische Richtung, für Interessen und für Methoden der Lebensführungen. Aber Achtung: Hier geht es nur um Wünsche. Ob Partnerschaften, die auf “Gleich und Gleich” basieren, auch erfolgreicher oder glücklicher sind als jene, die auf Gegensätzen / Ergänzungen basieren, lässt sich mit dem Datensatz nicht sagen.

Und generell gilt natürlich auch: Wer zu sehr auf “Gleich und Gleich” fixiert ist, dem gehen schnell die Optionen aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig gewählter Mensch das gleiche Big-Five-Profil hat, beträgt, bei einer jeweiligen Einteilung in die Kategorien Niedrig / Mittel / Hoch, ganz grob 1 zu 250. Nur einmal unter 250 Dates wird man so jemanden treffen. Fordert man auch noch eine handvoll gleicher Interessen, landet man schnell bei 1 zu 10.000. Will man dazu noch einige Übereinstimmungen in der Lebensführung, dann bleibt man auf ewig Single. Ein rationaler Ansatz wäre einige Prioritäten zu bestimmen und den Rest gekonnt zu ignorieren. Oder Katzen.

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