Dosierung von LSD

Es finden sich im Internet viele Guides zur Dosierung von LSD, die meisten auch sehr verlässlich, jedoch finden sich selten welche, die einen Fit auf experimentelle Daten bieten. Eine aktuelle Studie (2020) zum Effekt verschiedener Dosen im Bereich von 25-200 Mikrogramm gibt es hier. Ein Fit an diese Daten produziert einige nützliche Faustformeln zur Dosierung. In der Studie wurden verschiedene Dosen verabreicht und die subjektive Stärke des Rausches regelmäßig bei den Teilnehmern abgefragt. Die bei Dosis x maximal erreichte Rauschstärke, gemessen in % maximal möglicher Rauschstärke, ergibt sich grob aus:

s_max = 100*(1-20/x)

Umgekehrt: Möchte man beim Konsum eine maximale Stärke s_max erreichen, sollte man die folgende Dosis x wählen

x = 20/(1-s_max/100)

Die aus dem Fit berechnete Schwelle liegt bei einer Dosis x = 20 Mikrogramm. Erst ab dieser Dosis folgt ein merklicher Effekt durch die Droge. Dieser Wert für die Schwelle deckt sich gut mit Angaben aus anderen Quellen.

Dosis x in MikrogrammMaximale Subjektive Rauschstärke s_max
200 %
4050 %
6067 %
8075 %
10080 %
15087 %
20090 %

Die subjektive Stärke des Rausches nach einer beliebigen Zeit t (in Stunden) nach Einnahme einer Dosis x lässt sich näherungsweiser aus folgendem Fit berechnen. exp bezeichnet die Exponentialfunktion:

s(x,t) = 120*(1-20/x)*t*exp(-t/2,3)

Bei t = 2,3 Stunde, für jede Dosis der Zeitpunkt des Peaks, ergibt sich s = s_max.

Beispielverlauf subjektiver Rauschstärke für x = 100 Mikrogramm:

Zeit t nach Einnahme in h Subjektive Rauschstärke s(100,t)
00 %
0,538 %
162 %
1,575 %
280 %
2,580 %
378 %
3,573 %
467 %
4,561 %
555 %

Sei die Tripdauer T definiert als die Zeit von Einnahme bis Absinken der subjektiven Stärke auf 12,5 % nach Erreichen des Peaks. Ein guter Fit an die Daten ist:

T = 16*sqrt(x-20)/(6,7+sqrt(x-20))

Mit der Quadratwurzel sqrt und der Tripdauer T in Stunden. Anekdotisch: Menschen, die SSRI nehmen, haben wohl eine höhere Tripdauer. Hier bietet sich die Multiplikation mit 1,2 oder 1,3 nach Berechnung an. Desweiteren sind Trips bei gleichzeitiger Einnahme von SSRI deutlich weniger visuell bzw. es ist eine höhere Dosis erforderlich, um den selben visuellen Effekt wie ohne Einnahme von SSRI zu erzielen.

Dosis x in Mikrogramm Gesamte Tripdauer T in h
200
406,2
607,6
808,4
1009,0
1509,9
20010,5

Beispiel: Effekt einer Dosis 120 Mikrogramm

Die maximal erreichte Rauschstärke ist:

s_max = 100*(1-20/120) = 83 %

Das ist die erreichte Rauschstärke zum Peak, also nach t = 2,3 Stunden. Eine Zeit t = 8 Stunden nach Einnahme dieser Dosis x = 120 Mikrogramm ist die Rauschstärke noch:

s(120, 8) = 120*(1-20/120)*t*exp(-8/2,3) = 25 %

Die zu erwartende Tripdauer ist:

T = 16*( sqrt(120-20)/(6,7+sqrt(120-20) ) = 9,5 h

Bei Konsum von SSRI sollte man eher um die 12 h erwarten.


Von einem perfekten Fit sollte man nicht ausgehen, die über die obigen Formeln berechneten Werte decken sich aber gut mit den experimentellen Daten der Publikation über den gesamten getesteten Bereich x = 20-200 Mikrogramm.

In der Studie haben sich für Dosen < 100 Mikrogramm keine negativen Rauscheffekte (Unwohlsein, Angst) ergeben. Man darf davon ausgehen, dass solche Effekte für geringere Dosen eher eine Seltenheit sind.

Zu beachten sind bei der Dosierung auch Gewöhnungseffekte.

Nachlegen wie bei anderen Drogen ist bei LSD kaum möglich. Eine Dosis 50 Mikrogramm initial plus 50 Mikrogramm drei Stunden später ergibt nicht diesselbe Wirkung wie 100 Mikrogramm initial. Die Wirkung der späteren 50 Mikrogram verstärkt und verlängert den Rausch etwas, jedoch wird der Rausch in der Qualität weiterhin eher einem Rausch mit 50 Mikrogramm initial gleichen als einem mit 100 Mikrogramm initial. Die nachgelegte Dosis verpufft größtenteils. LSD-User betrachten deshalb ein Nachlegen tendenziell als Verschwendung der Droge.

In den Tagen nach einem Konsum wird ein Gewöhnungseffekt deutlich bemerkbar sein. Laut Trippingly wäre am Tag danach der Konsum einer dreifachen Dosis erforderlich, um diesselbe Rauschwirkung zu erzielen. Zwei Tage danach noch die doppelte Dosis. Und drei Tage danach die 1,5-fache Dosis. Circa sieben Tage danach ist jegliche Gewöhnung abgeklungen, explizit auch bei vorherigem Langzeitkonsum. Wie verlässlich die exakten Zahlenangaben hier sind ist unklar, jedoch ist die obige Beschreibung der Gewöhnung in grober Form korrekt.

Diese schnelle Gewöhnung ist einer der Gründe, wieso das Abhängigkeitspotential bei LSD (ähnlich wie bei magischen Pilzen) als sehr gering einzustufen ist.

Kombination von LSD mit Aspirin, Vomex, Benzos, Kratom, Alkohol, Cannabis und MDMA ist anekdotisch relativ risikofrei sofern es in vernünftigen Dosen geschieht und Dehydrierung vermieden wird. Benzos senken die LSD-Wirkung, Cannabis und MDMA können diese von kaum merklich bis unerwartet deutlich verstärken.

Zu empfehlen ist vor einer vollen Kombination ein Allergietest, also der Konsum einer kleinen Menge der zusätzlichen Droge während eines LSD-Trips um die prinzipielle Verträglichkeit (welche sich von Individuum zu Individuum unterscheiden kann) zu prüfen. Das macht die spätere Kombination auch sorgenfreier.

Da LSD wie auch 1cp-LSD illegal sind, sollte man es selbstverständlich nie zu sich nehmen. Die CDU/CSU, mit der vollen Kraft des lieben Herrgotts hinter sich, schützt uns zum Glück vor solch sündhaften Dingen. 1v-LSD (Valerie) soll zum Zwecke von wissenschaftlichen Experimenten für neugierige Forscher und Privatpersonen ab Ende Juli oder August 2021 legal erhältlich sein. Die ordentliche Prüfung der Sündhaftigkeit wird dann alsbald erfolgen, jedoch benötigt ein solcher Prozess seine Zeit.

Wer noch etwas über die Wirkung von LSD auf Neuroplastizität erfahren möchte, der ist dazu eingeladen hier weiterzulesen.

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