Wie sich Partner-Präferenzen mit dem Alter ändern

Ein großer Datensatz (n = 530), bei dem Teilnehmer sich den idealen Partner basteln durften, zeigt dass sowohl bei Männern als auch bei Frauen das Alter einen Einfluss auf Partnerpräferenzen hat. Bei Frauen ist der Effekt deutlich stärker und umfassender als bei Männern. Der Datensatz liefert eine Erklärung dafür: Männer sind recht stark auf den Körper einer potentiellen Partnerin fokussiert und dieser Faktor bleibt bestimmend, egal ob der Mann nun 18 oder 60 Jahre alt ist. Bei Frauen ist die Situation differenzierter. Hier ergeben sich fundamentale Unterschiede bzgl Partnerpräferenzen mit steigendem Alter. Frauen werden auch, und das nur am Rande und als Vormerkung für eine spätere Analyse, viel stärker in ihren Präferenzen von der Beziehung zur Mutter und zum Vater beeinflusst. Vor allem der Einfluss durch den Vater sticht hervor. Aber zurück zum Alter.

Einen deutlichen Trend gibt es bei Frauen bezüglich der emotionalen Stabilität und der allgemeinen psychischen Gesundheit des Partners. Mit steigendem Alter legen Frauen mehr Wert darauf, dass der Partner eine gesunde Psyche besitzt. Bei Männern hingegen gibt es diesen Trend nicht. Hinweis: Die Kategorie* Developing umfasst Alter von 18 bis Mitte / Ende 20. Seniors beginnt ab 60 Jahren.

Auch die Intelligenz, Karriere und Humor des Partners gewinnt für Frauen mit steigendem Alter an Bedeutung und auch hier lohnt es sich anzumerken, dass bei Männern ein ähnlicher Trend nicht erkennbar ist.

Überraschend stark ist bei Frauen auch der Wandel hin zu Partnern aus der selben Kultur und Ethnie. Während junge Frauen bis Mitte / Ende 20 sehr offen gegenüber Partnern aus anderen Kulturkreisen sind, verschwindet diese Offenheit im höheren Alter. Die Effektstärke ist beeindruckend. Bei Männern, man mag es sich schon denken, gibt es diesen Trend nicht.

Vor allem sticht bei Frauen ins Auge, dass der Wandel in den Präferenzen bei vielen Variablen relativ abrupt geschieht – einmal im Alter Mitte / Ende 20 und dann nochmals im Seniorenalter. Ersteres lässt sich wohl damit erklären, dass Frauen in jenem Alter sich ernsthaft der Familiengründung hinwenden und somit Indikatoren für gute psychische und finanzielle Ressourcen (Stabilität, Karriere) an Bedeutung gewinnen.

Aber was ist mit den Männern? Wie erwähnt bleibt der Hauptfokus auf dem Körper der Partnerin, wobei sie jedoch auch, und das zur Verteidigung der Männer, Intelligenz und Humor hoch schätzen. Einer der wenigen statistisch signifikanten Änderungen ist der Blick auf die Ambitionen der Partnerin. Junge Männer möchten bevorzugt ambitionierte Partnerinnen. Dieser Blick schwindet mit fortschreitendem Alter.

Ältere Männer scheinen im Gegensatz zu jungen Männern auch nicht mehr so sehr darauf zu achten, ob eine potentielle Partnerin sportlich aktiv ist. Hier ist der Trend zum Ende hin recht abrupt.

Abgesehen von den Alterstrends gilt für beide Geschlechter jedoch insgesamt und mit deutlicher Tendenz, dass gleich und gleich sich gerne gessellt. Extrovertierte Frauen wollen extrovertierte Männer und umgekehrt. Empathische Frauen wollen empathische Männer und umgekehrt. Ordentliche Frauen wollen ordentliche Männer und umgekehrt. Offene Frauen wollen offene Männer und umgekehrt. Stabile Frauen wollen stabile Männer und umgekehrt. Wenn wir uns unseren idealen Partner basteln dürfen, dann basteln die meisten einen Partner, der diesselbe Persönlichkeit besitzt. Querkorrelationen sind selten und schwach. So möchten zum Beispiel stabile Menschen auch eher einen extrovertierten Partner, aber der Trend ist kaum der Rede wert. Gleich und gleich ist und bleibt der König unter Partnerpräferenzen.

Bleibt anzumerken, dass das, was sich Menschen als Ideal wünschen, nicht immer auch das ist, was sie in der Praxis wählen. Ob nun aus einem mangelndem Pool an Kandidaten oder der Realisation, dass gar keine Spannung in den Persönlichkeiten eine sehr langweilige Sache sein kann.

* Kategorien sind aufgespaltet mittels Fuzzy Logic

** Alle Änderungen sind in den Graphen in Einheiten Standardabweichung gegeben. Zur Bewertung der Stärke des Effekts findet sich hier eine Tabelle. Alles über 0,5 STD darf man als merklichen Effekt bezeichnen, alles über 0,8 STD als starken Effekt. Gemäß dieser Konvention sind praktisch alle oben aufgeführten Effekte stark.

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