Die besten BMI-Prediktoren bei Männern

Der BMI ist die gängigste Kennzahl zur Erfassung und Kategorisierung der Körperform. Sowohl in der Medizin als auch in der Psychologie wird der BMI als Diagnosekriterium verwendet (z.B. bei Anorexia). Welche Faktoren zeigen bei Männern einen Einfluss auf den BMI? Hier ist ein Modell, dass sich aus einem kleinen Sample (n = 152) ergibt:

Neben dem Alter und der Körpergröße (ein insignifikanter Prediktor, zur Korrektur trotzdem im Modell enthalten) finden sich im Datensatz vier signifikante Faktoren: Ordentlichkeit gemäß der Big-Five, Alkoholkonsum, Fleischkonsum und das Computerspielen.

Unordentliche Männer haben im Durchschnitt einen höheren BMI als ordentliche Männer. Die Effektstärke beträgt, bereinigt nach allen anderen Faktoren im Modell (siehe zweiter Graph), etwa 3 BMI-Punkte. Das übersetzt sich, bei einem 175 cm großen Mann, in einen Gewichtsunterschied von etwa 9 kg – ein sehr deutlicher Unterschied.

Übermäßiger Alkoholkonsum scheint auch ein sehr klarer Risiko-Faktor für Übergewicht bei Männern zu sein. Hier beträgt der bereinigte Unterschied zwischen gar keinem Alkoholkonsum und starkem Alkoholkonsum etwa 4 BMI-Punkte. Das macht 12 kg Unterschied bei einem 175 cm großen Mann.

Einen schwächeren, aber immer noch signifikanten Einfluss auf die Körperform hat der Konsum von Fleisch (dies gilt auch bei Frauen und zwar in ähnlicher Stärke). Übermäßiger Fleischkonsum bringt um die 1,5 BMI-Punkte oder 4,5 kg beim 175 cm großen Mann.

Fehlt noch das übermäßige Spielen am Computer, das sich bei Männern als ein merklich gewichtsförderndes Hobby entpuppt. Zu oft am Computer zu spielen bringt um die 2 BMI-Punkte oder 6 kg beim 175 cm Mann. Das ist natürlich kaum überraschend, denn bei diesem Hobby fehlt es nicht nur an Bewegung, sondern oft konsumieren Gamer nebenbei auch noch ungesunde Produkte wie Chips oder zuckerhaltige Cola.

Dank Bereinigung darf man hier frei addieren. Ein 175 cm Mann, der von Null Alkoholkonsum und Gaming auf übermäßig Alkoholkonsum und Gaming über geht, muss eine Gewichtszunahme von 18 kg erwarten. Kommt dazu noch der Schritt von Vegetarier zu übermäßigem Fleischkonsum, landet er sogar bei einem Plus von etwa 23 kg.

Wie verlässlich ist das Modell? Ein kurzer Überblick:

  • Dank der Sig-Levels von p < 0,01 für alles außer Körpergröße (p > 0,05) und Fleischkonsum (p < 0,05), ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler erster Art ziemlich gering.
  • Die Warscheinlichkeit für einen Fehler zweiter Art beträgt laut einem Rechner für Statistical Power um die 5 %. Das ist okay, aber nicht spektakulär. Die stärksten Effekte dürften gut reproduzierbar sein, bei den schwächeren Effekten gilt das vielleicht jedoch nicht.
  • Ausreißer, welche einen übermäßigen Einfluss auf das Modell zeigen, sind im finalen Modell keine mehr enthalten. Für alle Fälle liegt die Cook’s Distance unter 0,5.

Insgesamt recht zufriedenstellend, aber noch etwas grenzwertig. Die obigen Resultate zu Ordentlichkeit, Alkoholkonsum und Gaming sind wohl ziemlich zuverlässig, diesen traue ich, das Resultat zu Fleischkonsum darf man aber kritisch sehen.

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