Große Männer sind ordentlicher, aber weniger künstlerisch

Diese Resultate haben mich sehr überrascht da ich bisher davon ausging, dass die Körpergröße eher eine Zufallsgröße ist, die keine psychologische Manifestation hat. Dem scheint aber nicht so zu sein. Ob nun aus genetischen Gründen, Gründen des Feedbacks / Sozialisierung oder einer Mischung davon – Es lassen sich merkliche Unterschiede in der Persönlichkeit zwischen größeren und kleineren Männern feststellen.

In der Summe gilt: Große Männer haben in der Tendenz einen höheren Score auf der Big-Five-Skala für Ordentlichkeit (ordentlicher und verlässlicher), aber einen geringeren Score auf der Skala für Offenheit (weniger intellektuell und künstlerisch). Sie haben auch, und das kann man als Bestätigung der obigen Punkte sehen, im Mittel ein höheres Einkommen und betreiben seltener künstlerische Hobbies.

Nur am Rande: Interessanterweise gilt der Zusammenhang zwischen Körpergröße und Offenheit auch bei Frauen. Frauen > 160 cm erzielen einen niedrigeren Score auf der Offenheitsskala als Frauen < 160 cm.

Daneben berichten große Männer auch von einem besseren Sozialleben mit Freunden / Bekannten (es gibt kein Unterscheid bei der Beziehung zur Familie) und erzielen einen höheren Score bei drei Fragen, die sich auf den Above-Average-Effekt beziehen. Männer sehen sich im Vergleich zu Frauen generell als eher überdurchschnittlich kompetent und zwar bei fast allen Skills. Das ist ein altbekanntes Resultat des Above-Average-Effekts: Mann-Sein ist der größte Faktor. Aber auch innerhalb der Männerschaft scheint es nochmals eine Aufspaltung zu geben.

Große Männer geben im Vergleich zu kleineren Männern signifikant häufiger an, überdurchschnittlich gute soziale und intellektuelle Skills zu haben und sehen sich eher als überdurchschnittlich gute Autofahrer. Interessant ist, dass ihre Einstufung als überdurchschnittlich intellektuell den Resultaten des Big-Five-Tests direkt widerspricht, während die Überdurchschnittlichkeit bei sozialen Skills durchaus im Einklang mit den restlichen Angaben (aktiveres Sozialleben) liegt.

Noch ein Fun Fact: Große Männer produzieren im Mittel mehr Kinder (Graph siehe unten). Das lässt sich aber zum Teil durch die höhere Ordentlichkeit und das höhere Einkommen erklären. Aufgrund dieses Zusammenhangs habe ich diese Variable nicht ins Regressionsmodell aufgenommen. Eng korrelierende unabhängige Variablen können leicht zu Kollinearitätsproblemen führen und die Koeffizienten grob verzerren. Eine der drei Variablen musste somit raus. Danach gab es, gemessen am VIF, auch keine Kollinearitätsprobleme mehr im Modell.

Körpergröße und Ordentlichkeit bei Männern:

Körpergröße und Offenheit:

Körpergröße und künstlerische Hobbies (hier der Mittelwert aus den Betätigungen “Musikinstrument spielen” und “Malen”):

Körpergröße und berichtete Beziehung zu Freunden, Größe des Bekanntenkreis und Häufigkeit des Treffens von Freunden:

Körpergröße und der Above-Average-Effekt:

Körpergröße und mittlere Anzahl Kinder:

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