Wieso man sich auf das Altern SEHR freuen sollte

Unter Begriff Ageism werden Vorurteile gesammelt, die man unter jungen Menschen oft über alte Menschen hört. Viele denken hier an Einsamkeit, Traurigkeit, Bitterkeit, Schwäche. Von der Realität können diese Vorurteile aber kaum weiter entfernt sein. Tatsächlich gilt: Mit dem Alter wird alles besser und zwar sehr deutlich. Altern bringt Herzlichkeit, Glück, Entspannung, Stabilität. Behaupten kann man natürlich viel, deshalb lasse ich ab hier die Daten (n = 582 / USA / Alter: 14 bis 86) sprechen.

Mit dem Alter dreht sich die Persönlichkeit sehr deutlich ins Positive. Menschen werden im Mittel extrovertierter (weniger schüchtern, kontaktfreudiger):

Das Merkmalcluster Sozialverträglichkeit (Herzlichkeit, Empathie, Rücksicht) bekommt einen deutlichen Schub:

Das Gleiche gilt für das Cluster Gewissenhaftigkeit (Verlässlichkeit, Ordentlichkeit):

Und noch schöner: Alle Aspekte des Clusters Neurotizismus (Ängstlichkeit, emotionale Instabilität, Selbstwertprobleme, negativer Fokus) erfahren eine klare Entspannung.

Vor dem Hintergrund des abnehmenden Neurotizismus leuchtet es ein, dass man umso glücklicher wird, je älter man wird. Senioren fühlen sich viel glücklicher als Menschen mittleren Alters:

Der reduzierte Neurotizismus bringt auch einen besseren Schlaf. Schlafprobleme lösen sich nach und nach auf:

Einschlafen geht schneller:

Und Alpträume werden seltener:

Alle Aspekte der dunklen Triade beginnen sich ebenso zu verabschieden. Es zeigt sich eine deutlich geringere Tendenz zu Psychopathie:

Eine Reduktion bei machiavellistischen Denkmustern:

Und auch weniger Narzissmus:

Kleiner Zusatz: Bei den Clustern Sozialverträglichkeit, Psychopathie und Machiavellismus zeigen sich Geschlechterunterschiede. Das Drehen ins Positive geschieht bei Frauen schneller und deutlicher.

Sozialverträglichkeit:

Psychopathie:

Machiavellismus:

Für Borderline gilt dasselbe wie für die dunkle Triade: Es verabschiedet sich.

Ebenso die suizidale Ideation:

Ältere Menschen fühlen sich viel seltener grundlos erschöpft. Auch das ist wohl eine Folge des sinkenden Neurotizismus.

High-Intensity-Training funktioniert später natürlich nicht mehr so gut:

Aber zumindest was spazieren gehen angeht, zeigt sich bei Senioren keine signifikante Abnahme. Viel Bewegung ist auch im Seniorenalter gut möglich:

Dass man etwas dicker wird, lässt sich trotzdem nur schwer vermeiden:

Das Einkommen sinkt wieder, was man aber vor der Hintergrund des deutlich erhöhten Lebensglücks sicherlich verschmerzen kann:

Noch zwei Hinweise: Die Freude am Reisen bleibt auch im hohen Alter bestehen!

Und die Freude am Tanzen scheint sogar ein kleines bisschen zuzunehmen:

Es zeigt sich also ein Bild, dass sich klar von den gängigen Vorurteilen unterscheidet. Einsamkeit, Traurigkeit und Bitterkeit ist eher etwas für jungen Menschen. Ältere Menschen sind im Mittel kontaktfreudiger, sozialer, verlässlicher, positiver und vor allem glücklicher als junge Menschen. Vieles davon tritt auch schon viel früher ein, ab den 40ern und 50ern. Es handelt sich nicht um einen plötzlichen Wandel mit dem Eintritt in das Rentenalter, sondern um einen stetigen Prozess des Besserns. Wie dem auch sei, jede Metrik sagt ganz klar: Man darf sich auf das Altern freuen.

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