Einschlafen – Wie lange ist normal? Wovon hängt es ab?

Ein neuer Tag, ein neuer Datensatz (n = 254, Anteil Frauen = 50 %, Mittleres Alter = 38 Jahre, Wohnort = USA). Hier wurde neben den üblichen demographischen Daten und Big-Five-Merkmalen abgefragt, wie lange ein Teilnehmer üblicherweise zum Einschlafen benötigt, mit Antwortmöglichkeiten in 10-Minuten-Schritten von 10 Minuten bis 120 Minuten. Folgende Verteilung hat sich ergeben:

Ein Drittel der Teilnehmer benötigt 10 Minuten, ein weiteres Drittel 20 Minuten und das verbleibende Drittel 30+ Minuten. Die Antworten verrechnen sich zu zu einem Mittelwert von 25 Minuten. Nur bei etwa 10 % der Teilnehmer, also einem von zehn Leuten, dauert das Einschlafen üblicherweise eine Stunde oder länger.

Der Hauptfaktor, der die Einschlafzeit beeinflusst, ist das Big-Five-Merkmal emotionale Instabilität (= Neurotizismus). Daneben zeigen auch die vorhandenen Erparnisse einen schwachen, aber verlässlichen Einfluss: Je mehr Geld jemand auf der Bank hat, desto geringer die Dauer zum Einschlafen. Die Regressionskoeffizienten sind wie folgt:

Und hier die Graphen, mit der Einschlafdauer in Minuten als Y-Achse. Ich mag es generell nicht, Regressionen durch Graphen zu verdeutlichen, da der reine Graph die Regression nicht exakt wiedergibt. In der Regression sieht man immer den Einfluss einer Variable auf eine unabhängige Variable bereinigt nach allen anderen Variablen im Modell. Während der Graph selber nur den Einfluss einer Variablen auf die unabhängige Variable zeigt, ohne Bereinigung jeglicher Art. Dadurch kann es in manchen Fällen sein, dass ein Graph nur einen schwachen Zusammenhang zeigt, während tatsächlich ein starker Zusammenhang besteht. Das sollte man im Hinterkopf behalten. Die Graphen sind nur eine grobe Veranschaulichung des tatsächlichen Zusammenhangs (dieser steht in der Regressionstabelle).

Einen schöne Demonstration für die Stärke der beiden Effekte bekommt man wenn man sie zusammen nimmt indem man eine Clustervariable erzeugt und danach den Vergleich zieht. Im unteren Bild sieht man die mittlere Einschlafzeit für Teilnehmer, die a) emotional instabil sind und gleichzeitig kaum Erspartes auf der Bank haben und b) emotional stabil sind und gleichzeitig viel Erspartes besitzen.

Wenig Stabilität plus wenig Erspartes kostet also in der Summe knapp eine halbe Stunde zusätzliche Einschlafdauer.

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