Ich hatte hier schon eine Analyse basierend auf den Daten von “Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Lysergic Acid Diethylamide in Healthy Subjects” notiert, jedoch beschränkt auf die 24 Teilnehmer, welche 100 Mikrogramm LSD (mittelstarke Dosis) bei dem Versuch bekommen haben. Ich wollte das etwas ausweiten durch Einbeziehung jener 16 Teilnehmer, die 200 Mikrogramm (starke Dosis) erhalten haben. Es finden sich viele deutliche und statistische signifikante Unterschiede.
Zu jedem Wert ist im Folgenden stets der Mittelwert und das 95 % Konfidenzintervall angegeben, die Signifikanz der Unterschiede wird jeweils über das Programm SPSS mit einem T-Test geprüft. Erstmal das TLDR:
Bei höherer Dosis …
- … ergibt sich ein stärkerer Effekt
- … kommt die Wirkung schneller
- … hält die Wirkung länger an
- … ist das Risiko eines schlechten Trips erhöht
Hier im Detail:
Wenig überraschend führt eine höhere Dosis zu einem stärkeren subjektiven Effekt der Droge gemessen an dem Score auf dem verwendeten Fragebogen. Bei 100 mcg betrug der mittlere Effekt 83 [76-90] %, bei 200 mcg 94 [90-98] %. Die Differenz ist signifikant mit p < 0,05.
Bei einer höheren Dosis tritt die Wirkung schneller ein. Hier gemessen am Peak Onset, die Zeit nach der Einnahme, ab der erstmals 50 % des maximal erreichten Effekts erreicht wird. Bei 100 mcg beginnt der Peak 1,3 [1,1-1,5] h nach Einnahme, bei 200 mcg sind es hingegen 0,7 [0,5-0,9] h nach Einnahme. Die Signifikanz ist p < 0,01.
Der Peak hält bei höherer Dosis auch länger an. Bei 100 mcg fällt der subjektive Effekt nach erstmaligem Überschreiten dieser Grenze “50 % des maximalen Effekts” nach 5,2 [4,6-5,8] h wieder unter diese Grenze zurück. Bei 200 mcg dauert das 7,7 [6,1-9,3] h. Hier beträgt die Signifikanz sogar p < 0,001.
Die gesamte Dauer des Trips, gemessen an Zeit von Einnahme bis Absinken des Effekts auf 10 %, unterscheidet sich ebenso recht deutlich. Bei 100 mcg dauert der Trip 8,8 [8,0-9,6] h, während es bei 200 mcg stolze 12,2 [10,2-14,2] h sind. Die Signifikanz ist hier ebenfalls p < 0,001.
Eine höhere Dosis bringt auch ein erhöhtes Risiko für einen schlechten Trip. Im Mittel beträgt der Score für negative Effekte bei 100 mcg 13 [6-20] % und bei 200 mcg 38 [22-54] %. Es gilt p < 0,01.
Gemessen am Kriterium “Negativer Effekt >= 50 % mindestens einmal während des Trips” hatten von den Teilnehmern mit 100 mcg der Anteil 8 [0-20] % einen schlechten Trip. Bei den Teilnehmern mit 200 mcg sind es 50 [24-76] %. Hier ist auch p < 0,01.
Nicht statistisch signifikant, aber suggestiv ist auch der Unterschied bei Panik-Trips. Bei den Teilnehmern mit 100 mcg empfand kein Teilnehmer Panik während des Trips, bei 200 mcg waren es 13 [0-31] %. Mit p = 0,08 wird die Grenze für statistische Signifikanz aber knapp verfehlt.
Abschließende Anmerkung: Wie auch bei der Dosis 100 mcg findet sich bei 200 mcg ein Zusammenhang zwischen dem Peak Onset und der Wirkung. Je schneller die Wirkung kommt, etwa weil das LSD vom Körper schneller verstoffwechselt wird, desto intensiver der Peak und desto länger hält der Peak auch an. Bei einem schnellen Onset < 1 h hält der Peak bei 200 mcg im Mittel 8,1 h an, während er bei der gleichen Dosis aber einem langsamen Onset > 1 h nur 5,8 h anhält.




















