Männer mit Kinderwunsch

Ich habe einen Datensatz mit n = 133 kinderlosen Männern zwischen 18 und 40 Jahren durchforstet, um zu sehen, ob es Indikatoren gibt, an denen man abschätzen kann, ob ein Mann einen Kinderwunsch hat oder nicht. Es kommen nur wenige verlässliche Indikatoren zu Tage, hier grob zusammengefasst als Cluster:

  • Freude an Berührung: Unter Männern, die angeben gerne andere Menschen oft auf freundschaftliche Weise zu berühren (z.B. Schulter auf den Arm), geben 60 % an, Kinder haben zu wollen. Bei denen, die dies nicht machen, sind es nur 20 %.
  • Freude an Umarmung: Hier ist es ähnlich. Bei Männern, die gerne andere umarmen, wollen 55 % Kinder haben, am anderen Ende des Spektrums sind es nur 8 %.
  • Romantische Filme: Es gab in der Umfrage genau einen Mann, der angegeben hat, sehr häufig romantische Filme zu schauen und der möchte Kinder :) Aber auch sonst ist ein Trend erkennbar. Unter den Männern, die häufig romantische Filme schauen, wollen 45 % Kinder haben, bei denen, die das nie tun, nur 20 %.
  • Empathie: Unter Männern, mit hohen Scores of der Empathie-Skala, finden sich 40 % mit Kinderwunsch, unter Männern, mit sehr wenig Empathie, nur 20 %.

  • Lebensglück: Unter Männern, die angeben glücklich mit ihrem Leben zu sein, möchten 55 % Kinder haben. Bei unglücklichen Männern sind es nur 12 %.
  • Neurotizismus: 53 % der Männer mit niedrigen Werten auf der Neurotizismus-Skala (emotional stabil) haben einen Kinderwunsch, bei emotional instabilen Männer sind es nur 30 %.

  • Ambitionen: Unter Männern, die von sich sagen, dass sie ambitioniert sind, haben 40 % einen Kinderwunsch. Unter jenen, die sagen, dass das überhaupt nicht auf sie zutrifft, sind es 0 %.

  • Ältestes Kind: Unter Männern, die in der Familie als ältester Bruder aufgewachsen sind, wollen nur 18 % Kinder. Bei Männern, die nicht ältester Teil der Geschwisternschaft waren oder keine Geschwister haben, sind es 45 %.

  • Frühe Trennung der Eltern: 57 % der Männer, bei denen sich die Eltern vor dem Alter von 10 Jahren getrennt haben, möchten Kinder. Es sind nur 28 % bei jenen Männern, bei denen dies nicht der Fall war. Eine Trennung im Alter 10+ zeigt hingegen keinen Effekt.

Der Jackpot scheint also die Kombination “sozial warm + emotional stabil + ambitioniert” zu sein. Aber der Datensatz ist recht klein, die Konfidenzintervalle sehr weit. Das Problem ist, dass der Datensatz, der im Original sehr groß war, erst ordentlich gekürzt werden musste: Alle Frauen raus, alle Teilnehmer außerhalb des Alters 18-40 raus, alle Teilnehmer mit Kinder raus. Die obigen Effekte waren trotzdem alle signifikant mit p < 0,05 in einer Regression (Signifikanz des Trends). In der ANOVA (Signifikanz der Gruppenunterschiede) war fast keiner der Effekt signifikant, was aber bei dem kleinen Datensatz zu erwarten war.

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